Heiße Luft

Alle reden vom Klimawandel, aber wer tut was dagegen? Es passiert aber nicht nur nichts, es wird sogar noch alles Möglich FÜR den Klimawandel getan. In Niederösterreich zum Beispiel werden derzeit eine Menge Umfahrungs-/Schnellstraßen geplant und gebaut - teilweise, um die Dörfer vom Verkehr zu entlasten. Das kostet viele Millionen Euro, versiegelt noch mehr Grünflächen, verursacht noch mehr Lärm, Energieverbrauch und Abgase (weil die Autos dann ja schneller fahren können) und bekämpft nicht das eigentlich Problem, nämlich den Autoverkehr. Diese Millionen sollte man vielmehr in den öffentlichen Verkehr, in Werbung für den öffentlichen Verkehr (sowie das zu Fuß gehen und Rad fahren) und in die Verbesserung der Infrastruktur stecken. Wenn Arbeitsplätze, Nahversorgung und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten zu den Menschen kommen, müssen die Menschen nicht (noch dazu jeder einzeln) irgendwo hin fahren. Und ja, natürlich wird in Niederösterreich auch an Verbesserungen für die Bahn gearbeitet, aber das betrifft immer eher den Fernverkehr. Warum aber werden Nebenbahnen, wie zum Beispiel die Triestingtalstrecke, reduziert, unattraktiviert oder gar eingestellt?

Ein anderes Beispiel klingt schon absurd: Die Fluglinie Lufthansa will für die Zeit der Fußball-Europameisterschaft 2008 (also von 5. bis 20.Juni) zweimal täglich Flüge zwischen München und Salzburg anbieten. Mit dem Zug braucht man für die etwa 150 Kilometer je nach Zug zwischen 1 Stunde 28 Minuten und 1 Stunde 46 Minuten. Das Stadion in Salzburg liegt an der Bahnlinie, EM-Sonderzüge könnten dort an der Schnellbahnstation halten. Laut Der Standard hat Peter Haibach von der Salzburger Verkehrsplattform schon vor mehreren Wochen angeregt, Direktzüge Flughafen München - Stadion Salzburg für diese Zeit zu führen. Die Landesregierung habe aber nicht reagiert. Auf Anfrage des Standard hat Verkehrslandesrat Wilfried Haslauer gemeint, Landeshauptfrau Gabi Burgstaller sei zuständig, ihr Büro hat die Karte der Stadion-Betriebsgesellschaft zugeschoben, dort meint man, "Wir können die Leute nicht dazu zwingen, den öffentlichen Verkehr zu nutzen." Zwingen nicht, aber vielleicht könnte man ein überzeugendes Angebot machen?

Und weil ich schon dabei bin: Ich hatte gestern und heute in Krems zu tun. Ich genoß eine wunderbare einstündige Bahnfahrt, den Ausblick auf schöne Landschaft und endlich einmal Zeit zum Lesen. Heute allerdings verpasste ich wegen eines Irrtums den Zug um ca. 8 Uhr von Wien (und auch den um 8.30 Uhr). Der nächste Zug geht erst gegen 10 Uhr! Und am Abend geht der letzte Zug von Krems nach Wien kurz vor 21 Uhr. Krems ist schön, hat viel zu bieten, nette Lokale, Heurigen, schöne Landschaft, Museen, Kulturveranstaltungen... Es könnte allerdings viel mehr Besucher anlocken, wenn man abends gemütlich beim Heurigen sitzen kann (oder dergleichen) und dann gemütlich mit dem Zug zurück nach Wien fährt - und damit sorglos ein Glaserl Wein oder zwei trinken kann.

Liebe Frau Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Ingeborg Rinke: Es muss doch wohl möglich sein, bei den ÖBB ein bisschen Lobbying für eine bessere Verkehrsverbindung zu machen, oder?

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Dieses Formular dient zur Verhinderung von automatischem Spam und unterscheidet zwischen Menschen und Spam-Robotern.
Fill in the blank