Schlag-Zeilen

In der U-Bahn fahrend und zwangsweise "Heute" und "Österreich" mitlesend habe ich nun endlich die Bedeutung des Ausdrucks "Schlagzeile" so richtig verstanden. Vor einigen Tagen titelte "Heute": "Alle haben Angst vor Brustkrebs", und zwar, so die Logik der Zeitung für das einfache Volk, weil die Schauspielerin Barbara Rudnik an diesem gestorben sei. Heute lautete die Schlagzeile von "Heute": "Jeder Zweite Opfer einer Straftat" (online hier > zu finden). Das ist tatsächlich eine Schlag-zu-Zeile, weil sie wieder einmal eine Statistik so zurechtbiegt, wie es gerade ins Konzept passt. Interessanterweise kommt der Aufmacher am Tag nachdem Innenministerin "Keif" Fekter und Wissenschaftsminister "Gio" Hahn (der offenbar Bürgermeister von Wien werden will) nach einer eigenen Stadtwache in Wien gerufen haben, die prompt von der FPÖ als ihre Idee reklamiert wurde.

Interessant, wie immer bei Dichand'schen Blättern, auch die Wortwahlen: "Verbrechensfiasko", "Nur 54 Prozent der 1071 Befragten haben noch keine Bekanntschaft mit Verbrechen gemacht.", "63 Prozent erkennen einen ganz klaren Zusammenhang zwischen Zuwanderung und dem Ansteigen der Kriminalität." - "erkennen"! Kein Wunder, dass die ÖsterreichInnen in großer Zahl reaktionär, ausländerfeindlich und stumpfsinnig sind und Rechtsextremen in die Arme laufen, wenn die Dichand'schen Blätter solche "Nachrichten" verbreiten und ein hoher Prozentsatz der ÖsterreicherInnen nur die Kronen Zeitung und/oder Heute liest. In der Freitag-Beilage der Kronen Zeitung gibt Hans Dichand übrigens seine Anweisungen für die Wähler gleich ganz unumwunden bekannt, berichtet ORF On. Er sei für Josef Pröll als Kanzler und Erwin Pröll als Bundespräsident, und er lässt Werner Faymann öffentlich fallen. Vielleicht doch Gute Nacht Österreich?

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