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Versorgen statt entsorgen

Ich habe heute ein Interview zum Prix Ars Electronica gemacht (mein Bericht von der Jurysitzung und über die Preisträger ist am 2.9.2007 in der Sendung "matrix" auf Radio Ö1 zu hören). Danach sind wir noch gemeinsam zum Schwedenplatz gegangen, wo der Verein "Wiener Tafel" mit einer "langen Tafel" die Arbeit des Vereins vorstellte und die Spende eines Lieferwagens durch eine Firma feierte.  Weiterlesen

Hilfe! Presse-Überfall!

In einer Bank auf der Wiener Mariahilferstraße hat heute ein Mann mehrere Menschen als Geiseln genommen und mit einer Pistole bedroht, die sich später als Plastikpistole herausgestellt hat. Während die Polizei noch mit dem Geiselnehmer verhandelte, hat ein Mitarbeiter der Zeitung "Österreich" ("Journalist" wage ich gar nicht zu schreiben, das würde alle anderen Journalisten beleidigen) in der Bank angerufen und zuerst mit einem Mitarbeiter der Bank, später mit dem Geiselnehmer telefoniert. Zu fragen hatte er eigentlich nichts Sinnvolles, wie man auf dem Audiomitschnitt hören kann, der auf der Website der Zeitung auch noch veröffentlicht wurde [hier befindet sich absichtlich kein Link!].

Abgesehen davon, dass das super-peinlich ist, wenn ein Journalist in einem "Interview" so einen Schwachsinn daherfaselt, erscheint mir das als Behinderung der Polizeiarbeit und Gefährdung der Geiseln. Was, wenn der Geiselnehmer daraufhin völlig rasend oder nervös geworden wäre und eine echte Waffe gehabt hätte?   Weiterlesen

Endlich hört wer auf mich

Heute Früh lese und höre ich in den Nachrichten, dass Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky die Zahl der Spitalsambulanzen "drastisch reduzieren" möchte, denn, so wird sie in ORF On zitiert: "In Wahrheit brauchen wir die Ambulanzen nicht, mit Ausnahme hoch spezialisierter Bereiche". Ich habe ihr daraufhin sofort ein e-mail geschrieben und einige konkrete Beispiele angeführt, wo die Suche nach einem Arzt wegen akuter Beschwerden schlußendlich in einer Spitalsambulanz geendet hat, weil wegen Freitagnachmittag, Wochenende oder Urlauben kein niedergelassener Arzt verfügbar war. Jetzt am Abend lese ich, dass Kdolsky ihre Aussage relativiert hat. Eine Schließung der Ambulanzen stehe nicht zur Diskussion. "Kdolsky bekräftigte aber, dass sie den niedergelassenen Bereich stärken wolle, um die medizinische Versorgung künftig noch näher an den Patienten zu orientieren und die Spitalsambulanzen zu entlasten." (wieder ORF On) - Na bitte.  Weiterlesen

Windows (ya) Vista(o)

Dieser Tage war ich auf der ITnT-Messe. Den größten Stand hatte natürlich Microsoft - vor allem auch, um dort das neue Betriebssystem Windows Vista herzuzeigen. Ich finde ja, es sieht ein bisschen so aus, als ob über MacOSX ein paar Mal ein Panzer drübergefahren wäre. In allen möglichen Zeitungsberichten und Foren wird ja heftigst darüber diskutiert, ob Microsoft nun allerlei von MacOSX (schlecht) kopiert hat oder nicht. In einem Interview in der Online Newsweek (die übrigens auf MSNBC erscheint und vor lauter Werbung fast den Browser zum Absturz bringt) dementiert Bill Gates derartige Gerüchte heftigst.  Weiterlesen

Altes raus, Neues rein - aber billiger!

Die Bank Austria-Creditanstalt, kurz BA-CA, will laut einem Artikel im Der Standard bis zu 700 Mitarbeiter "abbauen". Unkündbare Angestellte sollen mit dem Modell "47/52" verabschiedet werden. Frauen sollen demnach im Alter von 47 Jahren, Männer mit 52 die Firma verlassen - mit 60 Prozent ihres Gehalts und zwei Jahresgehältern Abfertigung. Über komplizierte rechtliche Konstruktionen sollen diese Mitarbeiter im Personalstand gehalten werden. Dafür sollen dann rund 200 neue Mitarbeiter aufgenommen werden - natürlich mit geringeren Gehältern. Die BA-CA hat Rückstellungen von 225 Millionen Euro gebildet, die großteils in den Ab- und Umbau des Personalstandes fließen sollen.

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Second Life - das globale Dorf

Wir haben heute in matrix eine Sendung über "Second Life", die mittlerweile berühmte virtuelle Online-3D-Welt.  Weiterlesen

I shot the DJ

Der Mensch braucht Musik - das ist klar. Und er braucht immer wieder einmal etwas Neues. Aber woher nehmen? Früher bin ich öfter mal in den Virgin Megastore auf der Mariahilferstraße gegangen und habe in die neuen Sachen reingehört. Aus mir unerklärlichen Gründen wurde das Geschäft aber geschlossen - heute kann man dort nur mehr Schuhe kaufen. Gegen Elektro-Monster-Geschäfte habe ich eine Allergie, außerdem findet man dort nur den Mainstream. FM4 wäre auch eine gute Quelle, aber der deutsche Sprechgesang hängt mir von Anbeginn an bei den Ohren raus und es ist kein Ende in Sicht. Blieb noch die Möglichkeit, KellnerInnen zu fragen, was da gerade läuft im Lokal. Da die meisten heutzutage iTunes oder ähnliches auf "random" laufen haben, fällt auch diese Möglichkeit zunehmend weg.   Weiterlesen

KHG (s) Bilanz

Keiner Hat's Gesehen (dass ich mich ordentlich bedient habe und die meiste Zeit auf Urlaub war) und jetzt kann ich endlich gehen. Juhu! Jetzt kann ich mich endlich voll und ganz den Seitenblicken, Bunten und Talkshows widmen, in Golddukaten baden, mit meiner Kristallenen eine paar nette Dinge auf meinem Bauernhof tun *zwinker zwinker* und wenn mir fad werden sollte, tret ich halt ein bisserl in den Kristallwelten auf oder frag den Frankie, ob er mich wieder braucht. Also ich find des suppper.

Überraschung!

Die ehemalige ORF-Generaldirektorin Monika Lindner arbeitet seit 1. Jänner für die Medicur-Holding, die im Eigentum der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, der Raiffeisen Zentralbank (RZB) und der Uniqa-Versicherung steht, lese ich soeben in ORF On. So eine Überraschung!  Weiterlesen

Privat-Pleite?

"Zahl der Privatpleiten steigt weiter" steht heute auf Seite 1 des Der Standard als Titel für einen kleinen Artikel. Abgesehen davon, dass das wieder ein typisches Beispiel für die Verlaxung der medialen Sprache ist. Man hätte ja auch schreiben können: "Private Konkurse steigen" - das wäre sich auch ausgegangen. Aber gut, ich will mich hier und jetzt eigentlich nicht schon wieder über die Pleite des Journalismus in Österreich auslassen. Denn daneben steht als Schlagzeile: "Realeinkommen niedriger als vor acht Jahren". Vorgerechnet hat das der Rechnungshof.  Weiterlesen