Januar 2009

  • Dann essen wir halt Schrott

    Vor einer Woche stand im Der Standard, dass der deutsche Außenminister und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier als Anreiz zum Autokauf zur Rettung der deutschen Autoindustrie eine Verschrottungsprämie für Altautos angekündigt habe. Das zweite deutsche Konjunkturpaket, über das heute beraten wird, solle nach bisherigen Plänen ein Volumen von rund 25 Milliarden Euro haben. Auf der gleichen Zeitungsseite findet sich unter "Kurz gemeldet" die Nachricht, dass viele Bauern in Deutschland wegen der Finanzkrise große Teile ihrer Getreideernte nicht verkaufen hätten können. Die Lagerhäuser hätten nicht wie sonst die Ernte im großen Stil aufgekauft, weil die Kredite dafür fehlten. Dabei seien die Lager weltweit so leer wie seit Jahrzehnten nicht, die Reserven würden nur mehr für zwei Monate reichen.

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  • Lustige Punks

    Vor zwei Tagen haben mich in der U-Bahn-Passage Neubaugasse wie so oft die dort herumlungernden Punks mit ihrem Standard-Spruch angesprochen: "Ein bisschen Kleingeld übrig?" Zum ersten Mal habe ich nicht grummelnd auf den Boden geschaut, sondern gesagt: "Nicht für Punks.", woraufhin sie wissen wollten, warum. Ich: "Ihr seid doch gegen Konsum und Kapitalismus, oder? Dann bin ich also ein Kapitalisten-Schwein, weil ich arbeiten gehe, also warum sollte ich euch etwas geben?" Als ich weiterging, rief einer nach: "Endlich mal eine coole Antwort. Danke!"

    Zum ersten Mal musste ich über sie lachen, statt mich darüber zu ärgern, dass sie immer so einen Dreck und Gestank in der U-Bahn-Station produzieren.  Weiterlesen

  • Kapital-ist?

    Heute ist der Bauspar-Kontoauszug für 2008 gekommen. Eingegangen sind - neben der monatlichen Einzahlung - 40 Euro an staatlicher Prämie. Jubel! Weiters 165,40 Euro an Zinsen. Juhu! Abgezogen wurden 41,35 Euro Kapitalertragssteuer. Schock!
    25 Prozent beträgt die KESt, beginnend bei Null, sozusagen. Jeder "kleine" Sparer zahlt von seinen oder ihren mühsam angesparten Beträgen bzw. den dafür erhaltenen Zinsen von großartigen 3,3 Prozent ein Viertel weg an den Staat. Und die Großen? Die verfrachten ihr Geld nach Jersey oder Liechtenstein, parken es in einer Stiftung oder machen komische Geschäfte, die offiziell zu abschreibbaren Verlusten führen.
    Erscheint einem das nicht ein bisschen schief?  Weiterlesen